Des Platonikers Sohn | Erziehungstragödie von Peter Hille

(Hörspiel – Doppel-CD)

Die Aufnahme kann zum Preis von 15,- € zzgl. 1,90 € Versandkosten per Mail (hier klicken) bestellt werden.


Hille-Wochenende 15.-17. September 2017

Gut und Böse

„Ich hetze das Wesen auf den Schein“ (Peter Hille) – Über die moralische Kraft des poetischen Wortes

Presse (0,6 MB)

Freitag, 15. September 2017

Ab 19.00 Uhr     Eintreffen und Begrüßung im Grabbe-Haus in Detmold, Bruchstr. 27

19.30 Uhr            Gut oder Böse: Lesung mit den lippischen Krimiautoren Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes und Schauspielern des Detmolder Landestheaters (Rezitationen aus R. Safranskis Buch: „Das Böse oder Das Drama der Freiheit“) mit anschließender Podiumsdiskussion; Moderation: Dr. Peter Schütze (Hagen)

21.00 Uhr            Gemütliches Beisammensein in Detmold

Samstag, 16. September 2017

9.15 Uhr              Begrüßung im Hille-Haus in Erwitzen

9.30 Uhr              Christoph Knüppel (Herford): „… dieser seltene Mensch. Gustav Landauer und Peter Hille

10.30 Uhr            Kaffeepause

11.00 Uhr            Hans Hermann Jansen (Detmold): Hero oder Heroes – Hintergründe zu den Henckell-Brüdern: Karl Friedrich und Gustav

12.00 Uhr            Mittagessen im Gasthof Nolte

13.30 Uhr            Christoph Knüppel (Herford): Hilles Freund Willy Gristow aus Pommern. Ein Werkstattbericht

14.00 Uhr            Kaffeepause

14.20 Uhr            Mitgliederversammlung der Peter-Hille-Gesellschaft im Hille-Haus Erwitzen

16.00 Uhr            Transfer nach Detmold

17.00 Uhr         Podiumsdiskussion in der Studiobühne im Grabbe-Haus, Bruchstr. 27, Detmold, zum Thema: Inszenierungen von Gut und Böse im Theater mit vier Regisseuren (darunter Bernard Sobel, Paris); Moderation:  Prof. Dr. Lothar Ehrlich (Weimar)

ca. 19:30 Uhr      Ausklang des Hille-Wochenendes in Nieheim

Am Sonntag, dem 17. September 2017, lädt Hans Hermann Jansen zu einer Exkursion nach Höxter zum Forum Jacob Pins ein: Jacob Pins (geb. 1917 in Höxter – gest. 2005 in Jerusalem) war ein weltweit bekannter deutsch-israelischer Maler. Das Forum Jacob Pins und die Jacob Pins-Gesellschaft pflegen das Andenken an Leben und Werk Jacob Pins‘. Hans Hermann Jansen wird dort um 11.30 Uhr einen Vortrag halten zum Thema: „Wir selbst müssen die Veränderung sein … Reflexionen zu 1917“

Hinweis:
Der Kostenbeitrag für das Wochenende beträgt pauschal 25,- € zzgl. Kosten für Übernachtungen, Speisen und Getränke, die direkt mit den Anbietern abgerechnet werden. Die Tagesgebühr beträgt 15,- €. Ihren Kostenbeitrag bitten wir, auf das Konto der Peter-Hille-Gesellschaft e.V. zu überweisen (IBAN: DE31 4725 1550 0005 5011 84) oder bar vor Ort zu entrichten.


Gut und Böse – Von der Sprengkraft des Dramas und Über die moralische Kraft des poetischen Wortes

Unter diesem Rahmenthema sollen die Stichworte „Gut und Böse“, „Ideal und Wirklichkeit“, „Authentizität und Verstellung“, „Reden und (Ver)Schweigen“ aufgegriffen werden. Die Aktualität des philosophischen und literarischen Diskurses über Gut und Böse, über freien Willen und Verantwortung, über das Gelingen und Scheitern von Gesellschafts- und Lebensentwürfen, wie er bereits bei den Dichtern und Dramatikern des 19. Jh. intensiv geführt wurde, ist die zentrale Botschaft des literarischen Wochenendes vom 15.-17. September 2017 an verschiedenen literarischen Orten in OWL.

Am Freitagabend, dem 15. September, startet das Wochenende mit einer Krimilesung der lippischen Krimiautoren Jürgen Reitemeier und Wolfgang Tewes, die durch ihre Reihe der „Westfalen-Krimis“ in Ostwestfalen und Lippe sehr bekannt geworden sind. Der Kriminalroman ist ja das geradezu klassische Genre, in dem Gut und Böse aufeinander prallen, Verletzung und Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung im Zentrum stehen. Anschließend rezitieren Schauspieler des Landestheaters Detmold wichtige Passagen aus dem Buch von Rüdiger Safranski: „Das Böse oder Das Drama der Freiheit“. Die Frage, ob es die moralische Kategorie des Bösen überhaupt gibt, ist eine ganz zentrale Frage, die heute von Hirnforschern mit Philosophen und Strafrechtlern kontrovers diskutiert wird, denn viele Naturwissenschaftler gehen von einem deterministischen Weltbild aus: Einen freien Willen gibt es nach ihrer Meinung nicht, denn die neuronalen Vorgänge in unserem Gehirn entscheiden, was wir im nächsten Moment tun. Wenn aber unsere Handlungen nicht frei, sondern durch unser Gehirn und andere Körpervorgänge determiniert sind, gibt es kein Gut und Böse, zwischen dem ich mit meinem freien Willen wählen kann und für das ich dann verantwortlich wäre. Diese für unsere Gesellschaft wesentlichen Fragen werden von Rüdiger Safranski in seinem Buch behandelt, und sie sollen in einer anschließenden Podiumsdiskussion weiter vertieft werden.

Am Samstag, dem 16. September, widmen wir uns dann in Erwitzen Peter Hille und seinem Berliner Umkreis unter dem Thema: „Ich hetze das Wesen auf den Schein“ (Peter Hille) – Über die moralische Kraft des poetischen Wortes. Zwei enge Berliner Freunde Peter Hilles, die beide – auf ihre je eigene Weise – an die „moralische Kraft des poetischen Wortes“ glaubten und dafür kämpften, werden in Vorträgen vorgestellt: Der sozialistische Anarchist und Schriftsteller Gustav Landauer und der politische Dichter Karl Henckell.

Unter dem Thema: „… dieser seltene Mensch. Gustav Landauer und Peter Hille“ stellt Christoph Knüppel Gustav Landauer vor: Der Referent hat kürzlich eine zweibändige Edition der Briefe und Tagebücher des jüdischen Anarchisten und „Antipolitikers“ Gustav Landauer aus den Jahren 1884 bis 1900 herausgegeben. In diese Zeit fiel auch Landauers Bekanntschaft mit dem Dichter. Am 7. Januar 1899 erscheint Hilles Parabel „Null und Ziffer“ erstmals in der Literarischen Beilage zum „Sozialist“, den Landauer, Wilhelm Spohr und Albert Weidner in Friedrichshagen bei Berlin herausgaben. Der Vortrag wird – auch anhand von Briefen – Landauers politische und literarische Aktivitäten um 1900 darstellen, seine Rolle in der Neuen Gemeinschaft beleuchten und sein Verhältnis zu Peter Hille untersuchen.

Hans Hermann Jansen stellt in seinem Vortrag unter dem Thema „Hero oder Heroes – Hintergründe zu den Henckell-Brüdern: Karl Friedrich und Gustav“ den Dichter Karl Henckell (1864–1929) vor. Henckell, ebenso wie Hille ein Verächter der preußischen Schule („Nichts trag‘ ich aus der Schule fort // Nur meine Jugend – lass‘ ich dort“) und des aufkommenden Frühkapitalismus, verfasste – inspiriert durch die Gedichte Freiligraths und Herweghs – zwischen 1885 und 1890 mehrere Gedichtbände (Poetisches Skizzenbuch, Strophen, Amselrufe u.a.), die wegen ihres deutlich sozialkritischen Inhalts als „sozialistisch“ eingestuft und unter den geltenden Sozialistengesetzen sofort verboten wurden. Hille hatte Henckell bei seinen Besuchen in Berlin 1884-85 kennengelernt, und beide schrieben für die von den Brüdern Hart herausgegebene Zeitschrift Berliner Monatshefte für Litteratur, Kritik und Theater. Den zweiten Gedichtband Henckells mit dem Titel Strophen hatte Hille zum Anlass genommen, in einem längeren Brief dem jungen Dichter wichtige Hinweise für seine weitere dichterische Entwicklung zu geben. Henckell wird zu einem bedeutenden Arbeiterdichter, und in „proletarischen“ Liederbüchern gibt es zahlreiche Vertonungen von Gedichten Karl Henckells. Interessant ist, dass der ältere Bruder von Karl, Gustav Henckell (1859-1942), schon 1886 die Konservenfabrik Henckell, Zeiler & Cie. gegründet hat und damit als Unternehmer sehr erfolgreich wurde. Zwei ganz unterschiedliche Lebenswege der Brüder also: Hier der Revolutionär, dort der Fabrikant. Hans Hermann Jansen wird in seinem Vortrag auch einen Seitenblick auf den Bruder Gustav werden.

Nach der Mittagspause gibt uns Christoph Knüppel einen Werkstattbericht unter dem Titel: Wer war Peter Hilles Freund „Gristow“? – Bericht über eine Suche. In seinen Erinnerungen an Peter Hille erwähnt der Volksschullehrer und Heimatforscher Wilhelm Oeke mehrfach einen Freund aus Pommern namens „Gristow“, der in den Jahren 1902 und 1903 mit Hille zechte und dessen Kabarett im Restaurant Zum Vesuv besuchte. Auch ein Gedicht auf Hille wird von Oeke überliefert. Bereits im Frühjahr 1903 verschwindet Gristow vollständig von der Bildfläche; bei den „Waldspielen“, die am 29. Juli in Schlachtensee aufgeführt werden, scheint er nicht unter den Zuschauern zu sein. In diesem Vortrag soll über die mühevolle, aber zuletzt erfolgreiche Recherche nach einem temporären Wegbegleiter des Dichters berichtet werden.

Nach der anschließenden Mitgliederversammlung wird es einen ausführlichen Bericht mit Bildern zu der Berlin-Reise geben, die Hille- und Grabbe-Mitglieder vom 18.-22. April 2017 unternommen haben.

Am Samstagabend stehen Inszenierungen von Gut und Böse auf dem Theater im Fokus: Ein mit hochkarätigen Theaterregisseuren und -fachleuten besetztes Podium, u. a. mit Bernard Sobel aus Paris, wird diese Thematik anhand ausgewählter Dramen und deren Inszenierungen diskutieren.

Am Sonntag, dem 17. September, lädt Hans Hermann Jansen zu einer Exkursion nach Höxter zum Forum Jacob Pins ein und hält um 11.30 Uhr einen Vortrag zum Thema: „Wir selbst müssen die Veränderung sein … Reflexionen zu 1917“.


LiteraTour nach Trier vom 4.-7. Mai 2018

Was kann es Schöneres geben, als nach zwei wunderschönen und erfolgreichen LiteraTouren, die uns nach Berlin geführt hatten, einen weiteren Ausflug zu unternehmen? 2018 jährt sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal, und es ist uns gelungen, zu seinem Festtag am 5. Mai ein Kontingent an Zimmern mitten in seiner Geburtsstadt Trier zu reservieren.

Unsere nächste Reise geht also nach Trier, und zwar von Freitag, 4. Mai, bis Montag, 7. Mai 2018.

Weitere Informationen folgen.


Verleihung des Nieheimer Schuhu 2016

In einer öffentlichen Veranstaltung fand am 9. September 2016 die Preisverleihung des Nieheimer Schuhu an Hans Zippert im Sackmuseum in Nieheim statt. Der Preisträger hat den Abend mit einer vergnüglichen Lesung gestaltet.

Hans Zippert – Jahrgang 1957 und gebürtig aus Bielefeld – ist, ebenso wie der westfälische Schriftsteller Peter Hille (1854-1904), ein glänzender Essayist und Kolumnist, der die gesellschaftliche, politische und kulturelle Realität satirisch-kritisch unter die Lupe und aufs Korn nimmt.

Der Nieheimer Schuhu ehrt Autorinnen und Autoren, die in Westfalen geboren wurden, in Westfalen leben oder deren Werk einen besonderen Bezug zu Westfalen aufweist. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird – im Turnus von drei Jahren – von der im Jahr 1983 gegründeten Peter-Hille-Gesellschaft verliehen und erinnert an den westfälischen Schriftsteller Peter Hille, der 1854 in Erwitzen bei Nieheim geboren wurde und als Berliner Dichter-Bohemien in die Literaturgeschichte einging. Hilles eigens für das Kabarett geschriebenen „Lieder eines betrunkenen Schuhus“ geben dem Preis seinen Namen.

Stifter des Preises sind die ostwestfälische Stadt Nieheim und die Nyland-Stiftung. Die Bronzeskulptur des „Schuhu“ stiftet die Sparkasse Höxter. Schuhu-Preisverleihung 2016 (Presse)